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DOKOREA 2016

Ten Thousand Spirits

16.-19. September 2016

Erstes koreanisches Dokumentarfilmfestival in Berlin

Babylon

Rosa-Luxemburg-Str. 30
10178 Berlin



Tickets erhältlich unter www.babylonberlin.de oder telefonisch unter 030 24 25 969

Kleiner Saal: 7,- Euro
Großer Saal: 9,- Euro
Festivalpass: 30,- Euro
Tageskarte: 12,- Euro

TICKETS

Für Medienvertreter: Akkreditierung Pressevorführung

Programm

 

Freitag, 16.09.2016

19:30 My Love Don't Cross That River 님아 그 강을 건너지 마오
Republik Korea 2014, R: Jin Mo-young, 86 Min, OmeU
21:00 Gespräch mit dem Regisseur Jin Moyeong
22:00 With or Without You 춘희막이
Republik Korea 2015, R: Park Hyuck-jee, 96 Min, OmeU

 

 

Samstag, 17.09.2016

16:00 Twinsters 트윈스터즈
USA/ Frankreich/ Republik Korea/ Großbritannien 2016
R: Samantha Futerman, Ryan Miyamoto, 89 Min, OmeU
18:00 My Fair Wedding 마이페어웨딩
Republik Korea 2015, R: Jang Hee-sun, 94 Min, OmeU
20:00 MANSHIN: Ten Thousand Spirits 만신
Republik Korea 2013, R: Park Chan-kyong, 104 Min, OmeU
21:45 Gespräch mit der Schamanin Adreas Kalff-Cordero
22:00 On The Road 길위에서
Republik Korea 2013, R: Lee Chang-jae, 104 Min, OmeU

 

Sonntag, 18.09.2016

16:00 My Fair Wedding 마이페어웨딩 (Wdhl.)
Republik Korea 2015, R: Jang Hee-sun, 94 Min, OmeU
18:00 Hello 안녕 하세요
Republik Korea 2012, R: 임태형, 91 Min, OmeU
19:45 Reach For The SKY 공부의 나라
Republik Korea/ Belgien 2015
R: Choi Woo-young, Steven Dhoedt, 90 Min, OmeU

 

Montag, 19.09.2016

18:15 Twinsters 트윈스터즈
USA/ Frankreich/ Republik Korea/ Großbritannien 2016
R: Samantha Futerman, Ryan Miyamoto, 89 Min, OmeU
20:00 My Love, Don’t Cross That River 님아 그 강을 건너지 마오
Republik Korea 2014, R: Jin Mo-young, 86 Min, OmeU
21:45 MANSHIN: Ten Thousand Spirits 만신
Republik Korea 2013, R: Park Chan-kyong, 104 Min, OmeU
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DOKOREA 2016 - Ten Thousand Spirits

Von zehntausend Geistern kündet der Titel von „Manshin“ (R: Park Chan-kyong), der im Zentrum des ersten koreanischen Dokumentarfilmfestivals in Berlin steht. In einer formal ambitionierten Montage aus Interviews, Found-Footage-Material und Reenactment-Szenen erzählt der Film die Lebensgeschichte der berühmten Schamanin Kim Keum-hwa, die in Korea mittlerweile zu einer nationalen Ikone geworden ist. Dass der Schamanismus in Korea nicht nur ein Relikt eines vormodernen Glaubenssystems ist, sondern das Kommunikationsmedium einer spezifischen Art von kollektiver Therapie verkörpert, macht der Film durch seine Verwebung mit der leidvollen politischen Geschichte Koreas vom Koreakrieg bis zur Militärdiktatur überaus deutlich. Die Geister, die keine Ruhe geben, sind die Geister einer historischen Verwundung, die nicht aufhört, in der Gegenwart aufzubrechen. Kim Keum-hwa leiht diesen unversöhnten Geistern und Ahnen einer immer noch lebendigen Vergangenheit ihr Ohr und verhilft ihrem Klagegesang zu einem visionären Ausdruck.

Als dokumentarische Beiträge zur Erinnerungskultur lassen sich auch „On the Road“ von Lee Chang-jae - der einen Einblick in die hermetisch abgeriegelte Welt buddhistischer Nonnen gibt – und „My Love, Don’t Cross That River“ von Jin Mo-young verstehen, der in Korea ein riesiger Erfolg war. In einer geduldigen, teilnehmenden Beobachtung verfolgt der Film das Alltagsleben eines alten Ehepaares in der Provinz, das seit über 70 Jahren miteinander verheiratet ist – er ist 98 und sie 89 Jahre alt. In den Ritualen und Gewohnheiten ihres gemeinsamen Alltags registriert der Film die Existenzweise einer traditionellen dörflichen Volkskultur, die langsam ihrem Niedergang entgegensieht.

Aber dass auch in der rasenden Gegenwart der koreanischen Hypermoderne die (schamanistischen) Klagegesänge nicht aufhören zu erklingen; davon erzählen die weiteren Filme des Festivals, die um hochaktuelle gesellschaftliche Problemlagen kreisen: Das erbarmungslos elitäre Universitätssystem Koreas steht im Zentrum von „Reach for the SKY“ von Choi Woo-young und Steven Dhoedt, während „My Fair Wedding“ von Jang Hee-sun anhand eines Hochzeitsrituals zweier Männer die Diskriminierungen nachzeichnet, die die Homosexualität in der scheinbar liberalisierten Gesellschaft Koreas immer noch nach sich zieht. „With or Without You“ (R: Park Hyuck-jee) und „Twinsters“ (R: Samantha Futerman/ Ryan Miyamoto) schließlich widmen sich dem Thema der Adoption: einmal als innerkoreanischen Fall einer Frau, die ein geistig behindertes Mädchen adoptiert; das andere Mal als die wundersame Wiederfindung zweier eineiiger Zwillinge, die ohne voneinander zu wissen von amerikanischen und französischen Eltern aufgezogen worden sind. Dass in Korea seit dem Koreakrieg mehr als 150.000 Kinder zur Adoption freigegeben worden sind, wird erst in jüngerer Zeit historisch erforscht und juristisch debattiert. „Twinsters“ erzählt diese Geschichte aber aus einer explizit zeitgenössischen Perspektive, in der die beiden Zwillinge Samantha Futerman aus Los Angeles und Anaïs Bordier aus London nur dank der globalen technologischen Vernetzung einander wiederfinden: Ein Youtube-Video von Samantha, die als Schauspielerin arbeitet, wird zufällig von Anaïs’ Freunden entdeckt, die von der Ähnlichkeit der beiden Frauen verblüfft sind. Daraufhin beginnt bis zum ersten physischen Aufeinandertreffen eine elektronische Freundschaft via Skype und Facebook, bei der sowohl die biologische Trennung nach der Geburt als auch die räumliche Trennung über die Kontinente durch die Synchronizität des Internet überwunden wird. „Twinsters“ zeichnet ein versöhnliches Bild einer vernetzten Welt, in der ein globales Kommunikationsmedium das Trauma der Trennung nachträglich zu heilen trachtet. Vielleicht ist dies ein Weg, die zehntausend Geister der koreanischen Geschichte zumindest für einen Moment zu befrieden.

Text: Dr. Sulgi Lie, Postdoctoral Fellow an der USC School of Cinematic Arts, Los Angeles


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My Love Don't Cross That River 님아 그 강을 건너지 마오

Nim-ah, Geu Gang-eul Gun-neo-ji Ma-o
Republik Korea 2014, R: Jin Mo-young, 86 Min, OmeU

Der Film dokumentiert das Leben eines alten Ehepaares, das in seiner Umgebung als „100-jährige Turteltaubenpaar” bekannt ist. Die beiden wirken wie die Figuren aus einem Märchen: Der Mann ähnelt einem starken Holzfäller, und die Frau besitzt den Charme einer Prinzessin. Sie lieben einander innig, tragen immer koreanische Kleidung und schlafen jeden Abend Hand in Hand ein. Der Tod sitzt ihnen allerdings bereits still und leise im Nacken. Der Dokumentarfilm verfolgt die letzten Augenblicke ihrer 76-jährigen Ehe.

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MANSHIN: Ten Thousand Spirits 만신

Republik Korea 2013, R: Park Chan-kyong, 104 Min, OmeU

Kim Keum-hwa (geb. 1931) ist eine von Koreas berühmtesten Schamaninnen. Sie bewahrt die Tradition des koreanischen Schamanismus, seitdem Geister sie heimsuchten und sie im Alter von 17 Jahren in einem Initiationsritus (Naerim-gut) zur Schamanin geweiht wurde. Heute trägt sie den Titel „immaterielles Kulturgut der Republik Korea“, aber im Laufe ihres Lebens war sie aufgrund ihrer Berufung immer wieder Repressionen ausgesetzt. Der Film beschreibt die Geschichte des moderen Korea durch die Augen von Kim Keum-hwa. Er überwindet die Grenzen zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Nord und Süd, Stadt und Land, Diesseits und Jenseits, Realität und Fantasie und rekonstruiert das Leben der Schamanin durch szenische Nachstellungen, Ausschnitte aus Dokumentarfilmen, traditionelle koreanische Musik und mystische Szenen.

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With or Without You 춘희막이

Chun-hui-mag-i
Republik Korea 2015, R: Park Hyuck-jee, 96 Min, OmeU

Nachdem Magg-i zwei Söhne verloren hat, adoptiert sie das Mädchen Chun-hee, um ihren Familiennamen fortzuführen. Aber die Adoptivtochter verursacht kontinuierlich Probleme, da sie auf dem geistigen Stand eines siebenjährigen Kindes zurückgeblieben ist. Chun-hee bringt später zwei Söhne und eine Tochter zur Welt. Dennoch sind sie und ihre Adoptivmutter auf sich gestellt und müssen sich ohne Unterstützung der Kinder als Bäuerinnen durchschlagen. Eines Tages wird bei Chun-hee eine Demenz festgestellt.

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My Fair Wedding 마이페어웨딩

Ma-i Pe-eo We-ding
Republik Korea 2015, R: Jang Hee-sun, 94 Min, OmeU

Am 7. September 2013 heiraten zwei Männer auf der Kwangtong-Brücke in der südkoreanischen Hauptstadt. Sie legen ihr Ehegelübde vor den Seouler Bürgern ab und präsentieren eine kleine musikalische Performance. Als das ausgelassene Fest seinen Höhepunkt erreicht, wird das Paar Opfer von vulgären Beschimpfungen. Trotz dieses Vorfalls lassen sich die Männer nicht entmutigen. Die Hochzeitsfeier nimmt einen glücklichen Ausgang.

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On The Road 길위에서

Gil-wi-e-seo
Republik Korea 2013, R: Lee Chang-jae, 104 Min, OmeU

Der Baekheungam ist ein koreanischer Ausbildungstempel für weibliche buddhistische Mönche, in dem sie unter Ausschluss der Öffentlichkeit ein abgeschiedenes Leben führen. Die Frauen haben materiellen Besitztümern und dem säkularen Leben entsagt und bereiten sich auf die Erleuchtung vor. Der Film gewährt einen Einblick in diese geschlossene Welt.

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Twinsters 트윈스터즈

Teu-win-seu-teo-jeu
USA/ Frankreich/ Republik Korea/ Großbritannien 2016, R: Samantha Futerman, Ryan Miyamoto, 89 Min, OmeU

Am 21. Februar 2013 erhält die in Los Angeles lebende amerikanische Schauspielerin Samantha Futerman eine Nachricht, die ihr Leben dramatisch verändern wird. Sie stammt von Anaïs Bordier, einer französischen Modedesignstudentin, die in London lebt. Anaïs’ Freunde hatten im Internet ein Video von Samantha gesehen. Sie waren sofort über die frappierende Ähnlichkeit zwischen Samantha und Anaïs verblüfft. Nach einigen Online-Recherchen finden Anaïs und ihre Freunde heraus, dass beide Frauen am 19. November 1987 geboren und kurz danach adoptiert wurden. Anaïs ist sofort klar, dass Samantha ihr biologischer Zwilling sein könnte. Sie nimmt Kontakt zu der vermeintlichen Schwester auf, und die gemeinsame Reise von Samantha und Anaïs beginnt.

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Hello 안녕 하세요

Annyeong Haseyo
Republik Korea 2012, R: Lim Tai-hyung, 91 Min, OmeU

An der Hyegwang-Schule in Incheon werden Kinder mit Sehbehinderung unterrichtet. Vor dem Eintritt ins Erwachsenenalter lernen sie, ihre individuellen Talente und ihren persönlichen Charakter herauszubilden und selbständig zu werden. Lee Sang-bong ist Lehrer an der Schule und leidenschaftlicher Fotograf. Um die Perspektive der Kinder zu erweitern, beginnt Lee, seinen Schülerinnen und Schülern das Fotografieren beizubringen. Auch wenn die Kinder Probleme haben, die Welt um sie herum mit den Augen wahrzunehmen, erfahren sie sie intiuitiv mit dem Herzen. Wird es ihnen gelingen, sich in einer von Vorurteilen geprägten Welt zu behaupten?

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Reach For The SKY 공부의 나라

Gong-bu-ui Na-ra
Republik Korea/ Belgien 2015, R: Choi Woo-young, Steven Dhoedt, 90 Min, OmeU

In Korea ist das Universitätseintrittsexamen nicht lediglich eine Prüfung zur Aufnahme in die Universität: Die Vorbereitung darauf ist ein riesiges Projekt, das Schüler, Familie, Schule und Gesellschaft mit einbezieht - von der Grund- bis zur Oberschule -, und über die Zukunft eines Menschen an einem einzigen Tag entscheidet. Reale Szenen liefern ein erschütterndes Porträt der modernen Gesellschaft.

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Nur für Medienvertreter:

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