Sport

Der starke wirtschaftliche Aufschwung während der letzten Jahre hat dazu geführt, dass sich immer mehr Koreaner für Sport interessieren, eine Sportart ausüben und Sportwettkämpfe besuchen.

Zu den bemerkenswertesten Ereignissen der koreanischen Sportgeschichte zählen die erfolgreiche Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele 1988 in Seoul und die gemeinsame Ausrichtung der Fußballweltmeisterschaft 2002 durch Korea und Japan. Darüber hinaus war der Landkreis Pyeongchang 2009 Austragungsort der Biathlon-Weltmeisterschaften und die Stadt Daegu 2011 Austragungsort der IAAF Leichtathletik-WM.

Gemessen an seiner Größe und Bevölkerungszahl zeigt die Republik Korea bei internationalen Sportgroßereignissen herausragende Leistungen. So belegte sie bei den Olympischen Sommerspielen von London 2012 den fünften Platz, und seit 1986 konnte sich das Land sieben Mal in Folge für die FIFA-Weltmeisterschaft qualifizieren (Stand: 2012).

Die Olympischen Sommerspiele Seoul im Rückblick

Die 24. Olympischen Sommerspiele, die unter dem Motto „Frieden, Harmonie, Fortschritt“ standen, fanden mit großem Erfolg vom 17. September bis zum 2. Oktober 1988 in Seoul statt. An den bis dahin größten Olympischen Spielen nahmen mehr als 13.000 Athleten und Funktionäre aus 160 Ländern teil. Sie warben für die Ideale von Harmonie und Frieden und überwanden dabei die Barrieren, die Ost und West, Nord und Süd trennten. Als erste boykottfreie Olympische Spiele seit 12 Jahren wurden bei diesem sportlichen Großereignis ideologische Unterschiede und nationale Interessen hinter dem olympischen Gedanken zurückgestellt.

Zum Teil als Ergebnis der Olympischen Spiele von 1988 verfügt Korea heute über zahlreiche Sportanlagen von Weltformat, überwiegend in Seoul und Busan, wo die meisten olympischen Veranstaltungen ausgetragen wurden. Im Seouler Sportkomplex mit einer Fläche von 545.000 Quadratmetern befanden sich das Olympische Stadion mit 100.000 Sitzplätzen, zwei Sporthallen für Basketball und Boxen, eine Schwimmhalle, ein Baseball-Stadion und ein Aufwärmplatz.

Im Olympischen Park im Südosten Seouls liegen in einem ausgedehnten Gebiet von 1,5 Millionen Quadratmetern ein Velodrom mit 6000 Plätzen, drei Sporthallen, zwei Austragungsorte für Fechtkämpfe und Gewichtheben, Schwimmhallen und Tennisplätze.

Ein wichtiger Trainingsort für die koreanischen Athleten ist das Taeneung-Sportlerdorf am östlichen Stadtrand von Seoul. Zu diesem Dorf, das auf einem Grundstück von 4,27 Hektar inmitten eines wunderschönen Waldgebietes erbaut wurde, gehören eine Eisbahn, Schwimmhallen, Schießstände und Hallen für Ringen, Boxen und Gewichtheben.

Rangfolge im olympischen Medaillenspiegel

Korea nimmt aktiv an vielen internationalen Sportwettkämpfen teil. Die Koreaner starteten bei den Olympischen Spielen 1948 in London zum ersten Mal unter ihrer eigenen Flagge.

1936 gewann ein koreanischer Marathonläufer, Sohn Kee-jeong, eine Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Berlin. Er nahm jedoch als Mitglied der japanischen Mannschaft teil, da Korea damals unter japanischer Kolonialherrschaft stand.

Koreanische Athleten schnitten bei den Olympischen Spielen zunehmend besser ab. 1976, bei den Spielen in Montreal, rangierte Korea auf Platz 19 unter mehr als 100 teilnehmenden Nationen. 1984, in Los Angeles, nahm Korea unter 140 Nationen Platz zehn ein, und 1988 erreichte es in Seoul Platz vier unter 160 Nationen.

Bei den Olympischen Spielen in Barcelona 1992 belegte Korea Platz sieben im Medaillenspiegel. Diese Spiele werden den Koreanern im Gedächtnis bleiben, insbesondere aufgrund der Goldmedaille, die Hwang Young-jo im Marathon gewann. Er war damit der erste koreanische Marathonläufer, der diese olympische Disziplin unter der Flagge Koreas gewann.

Bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona belegte Korea mit zwölf Gold-, fünf Silber- und zwölf Bronzemedaillen Platz sieben unter 172 Nationen. Bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta lag es mit sieben Gold-, fünfzehn Silber- und fünf Bronzemedaillen auf Platz zehn, und bei den Olympischen Spielen in Sydney vier Jahre später belegte es mit acht Gold-, neun Silber- und elf Bronzemedaillen Rang zwölf. Bei den Olympischen Spielen in Athen 2004 gewann Korea neun Gold-, zwölf Silber- und neun Bronzemedaillen und belegte damit Platz neun. Bei den Olympischen Spielen in Peking 2008 erreichte Korea den siebten Platz, indem es 13 Gold-, zehn Silber- und acht Bronzemedaillen gewann. Die Olympischen Spiele 2008 waren insofern für Korea von besonderer Bedeutung, als das Land einige außergewöhnliche Erfolge verzeichnen konnte: die erste Goldmedaille im Schwimmen durch Park Tae-hwan, neun direkte Siege sowie die Goldmedaille der Baseball-Mannschaft und fünf Weltrekorde durch Jang Mi-ran im Gewichtheben der Frauen über 75 Kilogramm. Damals belegte Korea den siebten Platz in der Gesamtwertung.

Korea beendete die Olympischen Winterspiele von Vancouver 2010 mit sechs Gold-, sechs Silber- und zwei Bronzemedaillen, womit Korea in der Gesamtwertung Rang 5 belegte. Zusätzlich zu den zwei Goldmedaillen im Short Track nahm Korea auch drei Goldmedaillen im Speedskaten mit nach Hause. Der Goldmedaillenregen wurde abgerundet durch Kim Yu-nas historischen Sieg beim Eiskunstlauf der Damen. Auch bei den Olympischen Sommerspielen von London 2012 konnte sich Korea wieder den fünften Platz sichern: Es errang 13 Gold-, acht Silber- und sieben Bronzemedaillen.

FIFA-Fußballweltmeisterschaft 2002 Korea/Japan

Die FIFA-Fußballweltmeisterschaft 2002 Korea/Japan endete nach einmonatiger Dauer am 30. Juni 2002. Bei der ersten Fußballweltmeisterschaft im 21. Jahrhundert wurden insgesamt 64 Spiele ausgetragen. Sämtliche Veranstaltungen gingen ohne die befürchteten Ausschreitungen von Hooligans und ohne terroristische Anschläge und Zwischenfälle zu Ende.

Die japanische Mannschaft erreichte das Achtelfinale und die koreanische Mannschaft das Halbfinale. Derart erfolgreich war bisher kein asiatisches Land bei einer Fußballweltmeisterschaft gewesen.

Der unerwartete Erfolg der koreanischen Mannschaft führte dazu, dass sich das nationale Image des Landes entscheidend verbesserte und sich den Menschen auf der ganzen Welt das Markenzeichen „Korea“ einprägte.

Es gab unterschiedlichste Gründe für Koreas dynamische Leistung auf und außerhalb des Spielfelds. Nachdem Korea die Finanzkrise 1997 überwunden hatte, war die Fußball-WM ein darauf aufbauender Erfolg, der Koreas Stärke demonstrierte. Sowohl die Regierung als auch der private Sektor profitierten von dem sportlichen Großereignis.

Ausländische Medien erklärten Korea zum größten Gewinner der FIFA-Fußballweltmeisterschaft 2002. Die koreanischen Fans beeindruckten die internationalen Zuschauer durch das enthusiastische und geordnete Anfeuern ihrer Mannschaft bei den WM-Partys auf den Straßen. Schätzungsweise zog es fast 22 Millionen Menschen auf die öffentlichen Plätze, um die koreanische Mannschaft während ihrer sieben Spiele anzufeuern. 4,2 Millionen Menschen waren es beim Achtelfinalspiel gegen Italien, 5 Millionen beim Viertelfinalspiel gegen Spanien und 6,5 Millionen beim Halbfinalspiel gegen Deutschland. Selbst beim Spiel um den dritten Platz gegen die Türkei am 29. Juni kamen 2,17 Millionen Menschen im Freien zusammen. Insgesamt 10,48 Millionen Menschen versammelten sich während der sieben Spiele in den Straßen Seouls, das sind 88 Prozent aller Bewohner der Hauptstadt.

1983 war Korea das erste asiatische Land, das eine Profi-Fußballliga hatte, die seit 1994 den Namen Korea-Liga trägt. Heute besteht diese aus 16 Mannschaften, seit 1996 ist auch Spielern aus dem Ausland die Teilnahme erlaubt.

2018: Olympische Winterspiele in Pyeongchang

Die Olympischen Winterspiele 2018 werden vom 9. bis 25. Februar in Pyeongchang stattfinden. Die Bewerbungen Pyeongchangs für die Winterspiele 2010 und 2014 schlugen fehl, beim dritten Anlauf hat es für 2018 nun geklappt. 


So wird Korea zum zweiten Mal Gastgeber Olympischer Spiele, nachdem es die Olympischen Sommerspiele 1988 in Seoul ausgerichtet hatte. 2018 werden Olympische Winterspiele zum zweiten Mal in Asien stattfinden, nachdem Nagano in Japan 1998 Gastgeber der Olympischen Winterspiele war. 


Die Olympischen Sommer- und Winterspiele, die FIFA-Fußballweltmeisterschaft und die IAAF Athletik-Weltmeisterschaften werden als die vier wichtigsten sportlichen Ereignisse angesehen. 

Nach Frankreich, Deutschland, Italien, Japan und Russland ist Korea 2018 das sechste Land, das alle drei Meisterschaften ausgerichtet hat. 

Beliebte Sportarten

Die Koreaner sind bei den Olympischen Spielen ebenso wie bei anderen großen internationalen Wettkämpfen sehr erfolgreich, z.B. in den Disziplinen Baseball, Golf, Bogenschießen, Schießen, Tischtennis, Eisschnelllauf über Kurzstrecke, Eiskunstlauf und Schwimmen.

Der koreanische Baseball ist deutlich im Aufschwung begriffen, wie die hohe Zahl an koreanischen Baseballspielern zeigt, die derzeit in professionellen Baseballligen in den Vereinigten Staaten und in Japan spielen – darunter Choo Shin-soo, Lim Chang-Yong und Kim Tae-kyun. Das koreanische Baseballteam gewann bei den Olympischen Spielen 2008 die Goldmedaille und bei den World Baseball Classics (WBC) 2009 die Silbermedaille. Seit den Olympischen Sommerspielen 2012 ist das Baseball keine olympische Disziplin mehr.

Korea hat auch eine große Anzahl an erstklassigen Golfspielern hervorgebracht. Viele weibliche Golferinnen wie Pak Se-ri, Kim Mi-hyun und Shin Ji-yai haben die renommierte LPGA (Ladies Professional Golf Association) Tour und die US Women’s Open Golf Championships gewonnen. Choi Kyung-Ju sicherte sich zwei Titel bei der PGA (Professional Golfers Association) Tour 2002, und Yang Yong-eun siegte bei der PGA Tour Honda Classic 2009.

Im Januar 2003 gewann Lee Hyung-taik als erster Koreaner überhaupt ein ATP (Association of Tennis Professionals) Turnier, als er siegreich aus dem Internationalen Adidas-Turnier in Sydney hervorging.

Zwei junge Koreaner erzielten herausragende Leistungen beim Schwimmen und beim Eiskunstlauf und verhalfen so ihrem Land zu Ansehen. Bei den Asien-Spielen in Doha gewann Park Tae-hwan drei Gold-, eine Silber- und drei Bronze-Medaillen und stellte damit zwei neue asiatische Rekorde auf. Bei den Schwimmweltmeisterschaften in Sydney 2007 gewann er Gold im 400-m-Freistil und Bronze beim 200-m-Freistil. Bei den Olympischen Spielen in Peking 2008 holte er beim 400-m-Freistil eine Gold- und beim 200-m-Freistil eine Silbermedaille. Bei den Olympischen Spielen in London 2012 schließlich errang er sowohl im 200-m-Freistil als auch im 400-m-Freistil Silber.

Kim Yu-na sicherte sich bei den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften 2007 und 2008 die Bronzemedaille. Bei den Vier-Kontinente-Meisterschaften im Eiskunstlaufen in Vancouver, Kanada, 2009 gewann sie dann Gold. Im März des gleichen Jahres behauptete sie bei den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in Los Angeles den ersten Platz, indem sie mit 207,71 Punkten einen neuen Weltrekord aufstellte. Sie war auch Olympiasiegerin im Einzel-Eiskunstlauf der Damen bei den Olympischen Spielen in Vancouver 2010. 2011 sicherte sie sich im Damen-Einzel bei den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften von Moskau Silber.

Das Taekwondo ist die vielleicht international bekannteste koreanische Sportart, die weltweit ausgeübt wird. Beim Taekwondo kommt der gesamte Körper zum Einsatz, insbesondere Hände und Füße. Dieser Sport stärkt nicht nur das eigene Wohlbefinden, sondern wirkt sich auch positiv auf die Charakterbildung aus, da bei ihm ein physisches und mentales Training in Kombination mit Techniken zum Erlernen von Disziplin zum Einsatz kommen. Im letzten Vierteljahrhundert ist die Popularität des Taekwondo weltweit gestiegen; rund 3000 koreanische Trainer sind heute in mehr als 150 Ländern aktiv.

Der Taekwondo-Verband in Korea hat eine Mitgliedschaft von 3,8 Millionen und stellt damit den größten Zweig des Koreanischen Sportrats dar. Der Welt-Taekwondo-Verband (WTF) mit seinem Hauptquartier in Seoul wurde 1980 vom Internationalen Olympischen Komitee offiziell als Dachverband des Taekwondo anerkannt. Bei den Olympischen Spielen 1988 war Taekwondo eine Demonstrationssportart und reflektierte dessen weltweite Beliebtheit. Er entwickelte sich mit den Olympischen Spielen in Sydney zu einer olympischen Medaillendisziplin. Während der Olympischen Spiele von Peking 2008 wurde der frühere olympische Taekwondo-Champion Moon Dae-sung zum Mitglied der Athleten-Kommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) gewählt. Bei den Olympischen Spielen 2012 gewann der Koreaner Lee Dae-hoon in der Gewichtsklasse der Männer bis 58 kg Silber und die Koreanerin Hwang Kyung-seon in der Gewichtsklasse der Frauen bis 67 kg Gold.

Darüber hinaus sind die Turniere der professionellen Fußballliga (K-Liga), der Baseball-Organisation Korea (KBO), der Koreanischen Basketballliga (KBL) und der Koreanischen Volleyballliga (V-Liga) sehr beliebte Zuschauersportveranstaltungen, die regelmäßig viele koreanische Fans in die Stadien locken.

FIFA Fußball-WM 2010 in Südafrika – Bei der FIFA Fußball-WM 2010 in Südafrika gelang es der koreanischen Nationalmannschaft, in der unter anderem die britischen Premier-League-Spieler Park Ji-sung und Lee Chun-young spielen, sich für das Achtelfinale zu qualifizieren. Die Spieler waren stolz, die koreanische Flagge auf ihrem Trikot zu tragen, während das Team vom offiziellen Fanclub der Nationalmannschaft, den Red Devils, unterstützt wurde. Als junger und dynamischer Sport zählt der Fußball heute zu den populärsten Sportarten Koreas.