Tourismus

Mit seiner landschaftlichen Schönheit, seinen malerischen Tälern, Bergen, Flüssen und Stränden und seinem einzigartigen kulturellen und historischen Erbe hat Korea Touristen aus aller Welt viel zu bieten.

Es gibt vier Jahreszeiten – Frühling und Herbst sind eher kurz, der Sommer ist heiß und feucht und in den trockenen, kalten Wintern schneit es mancherorts sehr viel. Touristen stoßen im ganzen Land auf zahlreiche alte Tempel und Schreine, königliche Paläste, Skulpturen, Pagoden, archäologische Ausgrabungsstätten, Festungsanlagen, Volkskundedörfer und Museen.

Korea entdecken

Seoul

Seoul, die Hauptstadt Koreas, am Hangang-Fluss gelegen, hat sich mit zehn Millionen Einwohnern zu einer pulsierenden Metropole und zu einem blühenden Zentrum der politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und wissenschaftlichen Aktivitäten des Landes entwickelt.

In Seoul, der zweitgrößten Metropolregion der Welt, findet sich eine faszinierende Mischung aus Vergangenheit und Gegenwart. Jahrhundertealte Paläste, Stadttore, Schreine, Gärten und unschätzbare Kunstsammlungen in den Museen legen Zeugnis ab von der glänzenden Vergangenheit dieser Stadt, gleichzeitig repräsentieren die glitzernden Fassaden der in den Himmel ragenden Hochhäuser und der geschäftige Straßenverkehr das moderne Leben. Seoul ist von Bergen umgeben, die einen grandiosen Blick auf die Stadt gewähren.

Der Deoksugung Palast
Der Deoksugung Palast - Anders als bei den anderen Königspalästen aus der Joseon-Zeit gibt es innerhalb dieser Palastanlage neben den traditionellen Holzbauten auch Gebäude im westlichen Stil.

Einer der beliebtesten Stadtteile unter Touristen ist Insa-dong. Die Straßen sind dicht gesäumt mit Antiquitätenläden, Kunstgalerien, traditionellen Teehäusern, Restaurants und Buchläden. Im Namsan-Park befindet sich ein rekonstruiertes traditionelles Dorf, das besichtigt werden kann. Es gibt eine Fülle von Parks in Seoul und der näheren Umgebung, die zu den verborgenen Schätzen der Stadt gehören.

Insa-dong

Insa-dong - Für ausländische Touristen ist es eines der beliebtesten Viertel in Seoul. Dort gibt es unzählige Antiquitätengeschäfte, Kunstgalerien, Kunstgewerbeläden, traditionelle Teehäuser, Restaurants und Bars.

Ausländische Besucher sollten in jedem Fall die koreanische Küche genießen. Darüber hinaus finden sich in Seoul auch zahlreiche Restaurants mit internationaler Küche. Die Stadt zeichnet sich durch ein aktives Nachtleben mit Varietés, Cafés und Nachtclubs aus.

Die Umgebung von Seoul und die Provinz Gyeonggi-do

Die Provinz Gyeonggi-do liegt in der westlichen Zentralregion der koreanischen Halbinsel. Der Hangang-Fluss teilt sie in ein bergiges Gebiet im Norden und in eine offene Ebene im Süden. Die Küstenlinie verläuft unregelmäßig, zahllose Buchten, Halbinseln und Inseln prägen die Landschaft. Nach dreißigminütiger Autofahrt erreicht man das südlich von Seoul gelegene, 1973 eröffnete, koreanische Volkskundedorf. Es gewährt einen Einblick in das traditionelle Leben der Koreaner in früherer Zeit. Die Festung Hwaseong, eine von Mauern umgebene Stadt aus der Joseon-Zeit, die unlängst in die Liste des UNESCO- Weltkulturerbes aufgenommen wurde, liegt in unmittelbarer Nähe des Volkskundedorfes. Die Insel Ganghwado liegt in der Mündung des Hangang-Flusses nördlich des Hafens von Incheon. Sie ist Koreas fünftgrößte Insel, reich an Geschichte und natürlicher Schönheit.

Nur 56 km nördlich von Seoul liegt der Ort Panmunjeom, der mit dem Bus zu erreichen ist. Dort wurde am 27. Juli 1953 das Waffenstillstandsabkommen zur Beendigung des Koreakrieges (1950-1953) unterzeichnet.

Die östliche Region

Die Provinz Gangwon-do liegt in der östlichen Zentralregion der koreanischen Halbinsel. Der größte Teil dieser Gegend ist dicht bewaldet, sie ist daher weniger besiedelt als andere Regionen und bietet viele landschaftlich schöne Ausblicke. Die Küste im Osten erstreckt sich über 390 km von Hwajinpo bis Busan. Es ist eine atemberaubende Landschaft, zerklüftet und bergig. Diese Gegend zieht als Ski- und Wintersportgebiet das ganze Jahr über Touristen an. Andere beliebte Freizeitsportarten in dieser Region sind Schwimmen und Bergsteigen. Die Strände gehören zu den schönsten in Korea. Weitere touristische Sehenswürdigkeiten sind die heißen Quellen am Cheoksan-Berg und das Wiedervereinigungsobservatorium, das am südlichen Ufer der Mündung des Hangang- und des Imjingang-Flusses liegt. Es bietet einen hervorragenden Blick auf das nordkoreanische Territorium, das jenseits des Flusses an die Entmilitarisierte Zone grenzt.

Die Zentralregion

Diese Region, die die Provinzen Chungcheongbuk-do und Chungcheongnam-do umfasst, liegt in der westlichen Zentralregion. Chungcheongbuk-do ist die einzige Provinz, die nicht an einer Küste liegt. Mit der Fertigstellung des Regierungskomplexes in der Stadt Daejeon und der Eröffnung des internationalen Flughafens in Cheongju wurde die Hauptstadt der Provinz Chungcheongbuk-do rasch zu einem Dreh- und Angelpunkt der einheimischen Wirtschaft. Daejon entwickelt sich zunehmend zu einem der großen Wissenschaftszentren des Landes. Der Expo-Park, in dem 1993 die Weltausstellung in Daejon stattfand, wurde in einen öffentlichen Park umgestaltet. Diese Provinz, einst das kulturelle Zentrum des Baekje-Reiches, ist reich an einzigartigen Kulturschätzen und historischen Relikten. Es warten viele berühmte Tempel, Statuen, Nationalparks und heiße Quellen darauf, entdeckt zu werden.

Der Chungjuho-See bietet eine Vielzahl von Wassersportmöglichkeiten in dieser bergigen Region Zentralkoreas. Ausflugsboote fahren zwischen Chungju und Danyang und gewähren den Passagieren einen überwältigenden Blick auf die Danyang-Palgyeong, die “Acht Landschaftswunder”.

Die südwestliche Region

Zu dieser Region gehören die Provinzen Jeollabuk-do und Jeollanam-do, die einst einen Großteil des Baekje-Reiches ausmachten. Hier gibt es relativ wenige Berge. Weite Ebenen mit Reisfeldern und die unregelmäßig verlaufende Küstenlinie kennzeichnen diese Landschaft. Es ist eine fruchtbare und warme Region, geschützt durch hohe Berge im Osten und Norden und begrenzt durch die ruhige See und viele Inseln im Westen und Süden.

Jeonju ist bekannt durch das traditionelle koreanische Papier „Hanji“, das aus den Blättern des Maulbeerbaumes hergestellt wird. Namwon ist das Tor zum Jirisan-Nationalpark und der Jirisan, der zweithöchste Berg der Republik Korea, erstreckt sich über die drei Provinzen Jeollanarn-do, Jeollabuk-do und Geyongsangnam-do. Der Deogyusan-Nationalpark bietet einen fantastischen Ausblick auf das 30 Kilometer lange Mujugucheondong-Tal. Zu diesem Tal gehört das Muju-Skigebiet, das größte in Korea.

Auf der Insel Jindo, etwa 350 km südlich von Seoul, können Besucher die koreanische Version des „Wunder des Moses” beobachten. Das Meer teilt sich zweimal im Jahr, Anfang Mai und nochmals Mitte Juli, für ca. eine Stunde zwischen dem Küstenstädtchen Hoedong-ri und der Insel Modo. So entsteht ein begehbarer Weg von 2,8 km Länge und 40 m Breite.

Die südöstliche Region

In dieser Region mit den Provinzen Gyeongsangbuk-do und Gyeongsangnam-do gibt es eine Vielzahl an Kulturschätzen und historischen Stätten. Die Hallyeosudo Wasserstraße sowie die Berge Jirisan und Gayasan ziehen mit ihrer überwältigenden Schönheit die Touristen an.

Gyeongju, die alte Hauptstadt des tausend Jahre währenden Silla-Reiches (57 v. Chr. - 935 n. Chr.) ist heute ein außergewöhnliches Museum unter freiem Himmel. Königsgräber, Tempelanlagen mit verwitterten Steinpagoden, buddhistische Reliefs und Festungsruinen sind über die ganze Stadt verstreut. Die beiden herausragenden Schätze Gyeongjus sind der Bulguksa-Tempel und die nahe gelegene Seokguram-Grotte.

Busan ist der wichtigste Hafen und gleichzeitig die zweitgrößte Stadt des Landes. Der in der Nähe der Hafenanlagen befindliche Jagalchi-Fischmarkt bietet Touristen ein farbenfrohes Spektakel. Die Stadt Andong ist einer der letzten lebendigen Zeugen des alten Korea, eine Schatzkammer der konfuzianischen Tradition.

Die Insel Jejudo und die südlichen Küstenregionen

Ob aus Seoul, Busan oder Daegu - innerhalb einer Flugstunde können Reisende eine Landschaft mit völlig anderem Charakter erreichen: die Insel Jejudo, Koreas einzige Inselprovinz. Vulkanlandschaften, eine malerische, subtropische Vegetation, sandige Strände, Wasserfälle und Wanderpfade prägen das Bild. Der erloschene Vulkan Hallasan ist mit 1950 Metern der höchste Berg Südkoreas. Die Insel Jejudo bietet einen lohnenswerten Einblick in die Einzigartigkeit der regionalen Kultur.

In größerer Nähe zum Festland säumen mehr als 3000 kleinere Inseln die gewundenen Küstenlinien im Süden und im Westen. Aufgrund ihrer landschaftlichen Schönheit empfiehlt sich ein Besuch der Gebiete um Jinhae, Tongyeong, Jinju und Namhae. Die südliche Grenze der koreanischen Halbinsel ist geprägt durch eine zerklüftete Küste mit zahlreichen Buchten und Meeresarmen und vielen vorgelagerten Inseln.

UNESCO –Welterbe

Die UNESCO hat in Anerkennung der Einzigartigkeit der koreanischen Kultur einige ihrer Kulturschätze auf die Liste des Weltkulturerbes gesetzt. 1995 fügte die UNESCO den Bulguksa-Tempel und die Seokguram-Grotte hinzu, beide in Gyeongju, in der Provinz Geongsangbuk-do, gelegen. Der Tempel Bulguksa wurde zur Zeit des Silla-Königreichs (57 v.Chr. – 935 n. Chr.) erbaut (Baubeginn: 751, Bauphase: 23 Jahre). Errichtet auf einer Reihe von Steinterrassen, scheint der Tempel auf natürliche Weise aus dem felsigen Terrain der bewaldeten Ausläufer des Tohamsan-Berges herauszuragen. Der Bulguksa-Tempel diente der öffentlichen Verehrung des Königs, während die zur gleichen Zeit erbaute Seokguram-Grotte seiner persönlichen Verehrung diente. Es handelt sich hierbei um eine künstlich geschaffene Steingrotte, in der sich 38 Buddha-Statuen befinden.

Zum Weltkulturerbe gehören weiterhin die Tripitaka Koreana (buddhistischer Kanon) und das Janggyeongpanjeon im Haeinsa-Tempel in der Provinz Gyeongsangnam-do. Das Janggyeonpanjeon im Bereich des Haeinsa-Tempels dient als Aufbewahrungsort der Tripitaka Koreana, die aus 81.258 hölzernen Druckplatten besteht und bereits im 13. Jahrhundert gedruckt wurde. Mit der präzisen Wiedergabe von mehr als 52 Millionen chinesischen Schriftzeichen gilt sie als eine der ältesten und umfassendsten Sammlungen der Lehren Buddhas, die heute in der Welt existieren.

Zu erwähnen ist auch der Jongmyo-Schrein, der 1395 errichtet wurde, um die sterblichen Überreste der Könige und Königinnen aufzubewahren. Während der heute noch stattfindenden traditionellen Ahnengedenkfeiern am Jongmyo-Schrein, wird eine besondere Musik, die sogenannte Jongmyo Jeryeak, gespielt.

Der Changdeokgung-Palast in Seoul und die Festung Hwaseong in Suwon wurden 1997 in die UNESCO-Liste eingetragen. Der 1405 errichtete Palast brannte 1592 während der japanischen Invasion nieder und wurde später erneut aufgebaut. Der Palast an sich ist ein Meisterwerk, der hintere Garten, Huwon genannt, ist aufgrund seiner wunderschön gestalteten Anlagen besonders erwähnenswert. Die Festung Hwaseong wurde 1796, nach 34-monatiger Bauzeit, in Suwon, südlich von Seoul, fertiggestellt. In die Konstruktion der Festung flossen sowohl die neuesten Technologien und Theorien über militärische Verteidigung ein, als auch ästhetische Prinzipien und machten Hwaseong zur fortschrittlichsten Festung der damaligen Zeit. Sie erstreckt sich über bergiges Gelände und Flachland und umschloss städtisches Gebiet. Die 5.743 Meter lange Festungsmauer ist größtenteils noch erhalten.

Im Jahr 2000 wurde die UNESCO-Liste um weitere koreanische Kulturschätze ergänzt: die prähistorischen Dolmen in Gochang, Hwasun und Ganghwa und das gesamte Gebiet von Gyeongju, der Hauptstadt des alten Silla-Reiches (57 v.Chr. – 935 n.Chr.). Das Gebiet wird aufgrund des Reichtums an historischen Besitztümern das „Museum ohne Wände“ genannt. 2007 bezeichnete die UNESCO Koreas Vulkaninsel Jejudo und ihre Lavagrotten als naturgegebene Besonderheit von außergewöhnlicher Schönheit, die Zeugnis von der Geschichte unseres Planeten ablegt.

Immaterielles Kulturerbe

Zum Schutz des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit beschloss die UNESCO 1998, auch Meisterwerke aus diesem Bereich in ein Register aufzunehmen. Seit der ersten Bekanntmachung dieses Beschlusses im Jahr 2001 wurden drei immaterielle Kulturschätze Koreas zu Meisterwerken erklärt. Zu diesen gehören das Jongmyo Jerye und Jongmyojeryeak (Königliche Ahnenriten und Rituelle Musik), Pansori (Epischer Gesang) und das Gangneung-Danoje-Festival. Jongmyojerye sind die Ahnengedenkriten, die für die Unterhaltung der Könige und Königinnen der Joseon-Zeit am königlichen Ahnenschrein Jongmyo abgehalten wurden. Jongmyo-Jeryeak, die Königliche Rituelle Ahnenmusik, wurde während der rituellen Handlungen aufgeführt. Botaepyeong („Großen Frieden bewahren”) war eine aus elf Teilen bestehende Suite, die von rituellem Tanz begleitet war und die zivilen Errungenschaften der Gründer der Dynastie pries. Jeongdaeeop („Eine große Dynastie gründen”) war eine Suite aus 15 Teilen, die die militärischen Errungenschaften rühmte.

Pansori ist ein Genre des musikalischen Geschichtenerzählens, das von einem Sänger mit Trommelbegleitung aufgeführt wird. Diese volkstümlichen, epischen Einzelgesänge, die durch einen ausdrucksstarken Gesang, durch stilisierte Sprache und nachahmende Gesten charakterisiert sind, schließen sowohl aristokratische als auch volkstümliche Kultur ein.
Das Danoje-Fest, das abgehalten wird, um für eine gute Ernte zu beten, fällt auf den fünften Tag des fünften Monats nach dem Mondkalender und kennzeichnet das Ende der Gerste- und Reispflanzzeit. Traditionell war es neben dem Neujahrstag und Chuseok, dem Erntedankfest, einer der drei wichtigsten Feiertage. Das Gangneung-Danoje-Fest ist das größte traditionelle Fest in Korea. Es findet in der Provinz Gangwon-do, hauptsächlich in der Stadt Gangneung, statt. Es wird im vierten bis Anfang des fünften Monats nach dem Mondkalender gefeiert, dauert also fast vier Wochen. Musik, Tanz, Literatur und Schauspiel, das mit dem Fest in Zusammenhang stehen, haben einen hohen künstlerischen Wert, da das Fest schon seit fast tausend Jahre veranstaltet wurde und die Geschichte und das Leben des einfachen Volkes widerspiegelt. Das Fest schließt auch religiöse koreanische Traditionen, wie Konfuzianismus, Schamanismus, Buddhismus und Taoismus, mit ein und stellt eine Vielfalt von Zeremonien und Aufführungen vor.

Weltdokumentenerbe

In das Register zum Schutz bedrohter Aufzeichnungen und Dokumente nahm die UNESCO das Hunminjeongeum (richtige Laute zur Belehrung der Bevölkerung, ein Vorläufer eines Lehrbuchs für den Unterricht des Hangeul, des koreanischen Alphabets) und das Joseonwangjosillok (Annalen der Joseon-Dynastie), das Seungjeongwonilgi, ein täglicher Bericht über die Ereignisse am Hofe während der Joseon-Dynastie und das Jikjisimcheyojeol, das älteste, durch Metalldruck hergestellte Buch aus dem Jahr 1377, die hölzernen Druckplatten der Tripitaka Koreana und verschiedene buddhistische Schriften sowie Uigwe, die königlichen Protokolle aus der Joseon-Dynastie, auf.

Koreanische Festivals im Jahresrhythmus

Provinz Chungcheongnam-do

- Boryeong Mud Festival (Schlammfestival)
Datum: Mitte – Ende Juli
Ort. Daechon-Strand, Boryeong-si

Provinz Gangwon-do

- Chuncheon International Mime Festival (Theaterfestival)
Datum: Ende Mai
Ort: Seoul

Provinz Gyeongsangbuk-do

- Andong International Mask Dance Festival (Internatoinales Maskentanzfestival)
Datum: Ende September/Anfang Oktober
Ort: Andong